Bildergalerie Patenschaft und Weinfest

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Wer arbeitet, muss auch feiern

Ein weiter Bogen spannt sich seit dem Jahr 1936, bestimmt von tiefster Tragik für die Menschheit, aber auch Sternstunden. Damals wurde erstmals das für den Wein- und Erholungsort Trittenheim wichtige Ereignis eines Weinfestes vor Ort ausprobiert und in späteren Jahrzehnten immer wieder weiter entwickelt. Den Wein zu feiern wurde zum festen Punkt des Jahreslaufs der Winzer ... und der Weintrinker, die immer wieder die Einladung annahmen und kamen, um die Präsentation der Früchte der Arbeit des Menschen und des Segens des Schöpfers zu kosten.

Die Entwicklung der Weinfeste in Trittenheim sind - wie andernorts auch - Teil eines Marketings zu sehen, auch wenn es damals nicht so genannt wurde.

Wichtige Voraussetzungen für den besseren Verkauf schuf die Verbesserung der Verkehrswege:

a) der Bau der Bahnverbindung zwischen Trier und Bullay mit der Moseltalbahn, die Trittenheim seit 1903 erschloss,

b) der Bau der Trittenheimer Moselbrücke 1907/09

c) der Ausbau der Mittelmoselstraße zwischen Schweich und Neumagen, der 1927 aufgenommen wurde.

Gerade der Straßenbau und damit die Förderung des Individualverkehrs sollte ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wirtschafts- und Infrastruktur sein. Im Mai 1933 wurde diese straßenmäßige Anbindung in einer großen Eröffnungsfeierlichkeit in Trittenheim eröffnet.

Die nationalsozialistische Regierung nutzte die Gelegenheit, sich als Anwalt der kleinen Handwerker und Winzer vorzustellen. Sie versprachen, kurzfristig die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Winzer zu erreichen.

Eine propagandistisch effektvolle Idee wurden ersonnen in Gestalt  der Weinpatenschaften: größere Städte sollten für die in den "Reichsnährstand" eingegliederten Winzer dafür sorgen, dass nicht nur der Absatz von Wein verbessert wurde, sondern auch eine Verbundenheit der Stadt mit den ländlichen "Volksgenossen" als Teil der großen "Volksgemeinschaft" bekundet werde.

Die Reichshauptstadt Berlin selbst übernahm 1935 beispielsweise die Patenschaft für "den größten Teil des Weinbaubezirkes Landau (Pfalz), [für] die Moselweinorte Trittenheim, Cluesserath und Mehring und den Weinort Monzingen im Nahegebiet" (so in einem Zeitungsbericht vom 2.9.1935, zitiert nach Schulchronik Bd. I, S. 99). Die politische Relevanz, die man dieser Aktion zumaß, zeigt sich in der Zusammensetzung des "Ehrenausschusses": er bestand aus führenden NS-Funktionären (je ein Staatskommissar, ein stellvertretender Gauleiter, ein Vizepräsident, der Gauwirtschaftsberater der NSDAP des Gaues Groß-Berlin, der zugleich Vizepräsident des Deutschen Werberates war, der Reichssendeleiter, der Landesbauernführer, ein Gauwalter des Gaststättengewerbes). Als erklärtes Ziel formulierte der Ausschuß, daß es sich "die Reichshauptstadt [...] angelegen sein lassen [wird], im Rahmen dieses Festes den Umsatz der genannten Orte durch eine ganze Reihe von Werbemaßnahmen zu fördern" (Zeitungsbericht vom 2.9.1935, zitiert nach Schulchronik Bd. I, S. 99). Ergänzend zu den Patenschaften fanden auf nationale Gefühle abgestimmte Feiern unter dem Motto "Fest der Deutschen Traube und des Deutschen Weines" statt; sie lassen sich zumindest für die Jahre 1935 bis 1937 nachweisen.

Das desaströse Ende des zwölf Jahre währenden "Tausendjährigen [Dritten] Reiches" bot keinerlei Anlass, die Gedanken einem Winzerfest zu widmen. Die Sorge um das Lebensnotwendigste nahm die Menschen allerorten in Beschlag und für viele stellte sich die grundsätzliche Frage nach dem, was die Zukunft bringen werde angesichts dieses dämonischen Endes.

Köln, die Weinpatenschaft und das erste Winzerfest

Außer Berlin und Breslau trat besonders Köln als Patenstadt hervor. Ein Relikt dieser intensiveren Verbindung zwischen der Moselgemeinde und der Rheinmetropole findet sich noch heute im Stadtteil Köln-Zollstock, wo sich in der Nähe des Güterbahnhofs die Trittenheimer Straße findet. Im Vorfeld dieser Patenschaft reisten schon am 9. Oktober 1935 vierzig Kölner Pressevertreter an die Mosel. Der Vertreter des Stadtanzeigers der Kölnischen Zeitung berichtete später unter dem Titel "Köln will den Volksgenossen im Moselland helfen".

"Der Empfang in Trittenheim [...] war von einer wohltuenden Herzlichkeit. Böllerschüsse krachen, die Frauen stehen in ihren bunten Kleidern am Straßenrand, dazwischen verteilt die Winzer mit ihren saubern blauen Arbeitsschürzen, alle froh und hoffnungsvoll. In Trittenheim zieht eine Blaskapelle mit uns durch die Straßen, und wir entdecken uralte Häuser mit jenen Winkeln und Umbauten, die dem Weinort eine gewisse Vertraulichkeit geben. Fahnen flattern aus den Fenstern, und alt und jung winkt und grüßt. [...] Alte Keller, die man einstmals durch Mauerwerk den Franzosen versperrte, mit schweren Gewölben, an denen unzählige Tropfengebilde kleben, bergen Faß an Faß mit einem edeln Gewächs, das draußen an gewaltigen Hängen gedeiht. Die Winzer und Winzerinnen kredenzen uns vom Allerbesten, den die Kölner in der Weinwerbewoche trinken sollen, um dann für immer wieder die Weine aus Trittenheim [...] zu verlangen. [...] Der einzige Reichtum, der Wein, lag bisher unverkauft in den Kellern. Aber das wird ja jetzt besser werden, die Not wird aufhören."[Foto]

Der Autor schildert die mühsame Arbeit und verweist auf die trotzdem herrschende Not, der sich die "Volksgemeinschaft" durch "gegenseitige Unterstützung von Stadt und Land" zuwenden soll; "an der Mosel ist man schon mit dem Dank bei der Hand, indem die Winzer im nächsten Jahr erholungsbedürftige Kölner Kinder für längere Zeit aufnehmen wollen."

Die Kölner Tageszeitung "Der neue Tag" berichtete unter anderem unter der Überschrift "Köln 'schaukelt' sein Patenkind", daß beim Mittagessen Gelegenheit bestanden habe

"den trittenheimer Laurentiusberg zu probieren. Ein köstlicher Tropfen, wahrhaftig. Inzwischen hatte sich ein fröhlicher Winzerzug gebildet, Winzerinnen mit Rebenlaub und Trauben geschmückt, saßen auf den Wagen. Weinbauern mit den Behältern auf dem Rücken, Küfer- und andere Winzerwagen mit lustigen Sprüchen versehen, bildeten einen ansehnlichen Zug. Die Musik setzte sich an die Spitze und dann ging's durch den geschmückten Ort an die Mosel, wo die offizielle Begrüßung stattfand."

Der Artikel verweist darauf, "daß dank der Bemühungen des Gauwirtschaftsberaters Landrat Dr. Simmer, bereits 450 Fuder in drei Wochen verkauft worden seien. Selbst die ältesten Leute sagten, daß Trittenheim so etwas noch nicht erlebt hat." Nimmt man die Texte in ihrer Ganzheit, so läßt sich aus der in ihnen gebrauchten Begrifflichkeit ohne weiteres ablesen, daß ein wichtiger 'Nebeneffekt' darin besteht, die NSDAP als Wohltäter darzustellen.

Die Trittenheimer Schulchronik weiß zu berichten, daß "zur Weinwerbewoche vom 19.-26. Okt. von Trittenheim der Ortsbürgermeister, der Ortsgruppenleiter, Küfer, Winzerinnen u.a. mit [einem] Omnibus" nach Köln fuhren, "um sich an der Weinwerbung daselbst (Festzug) zu beteiligen" [Abbildung]. Auch der zu Beginn des Jahrhunderts gegründete Trittenheimer Musikverein trug auf seine Weise dazu bei, für das heimische Gewächs zu werben. Die positive Resonanz dieser Weinwerbung veranlaßte den 1933 gegen die Stimmen der Nationalsozialisten gewählten Ortsbürgermeister Lukas Ahl (1892-1962) dazu, die Gemeinde selbst für eine Weinwerbung in Gestalt eines Weinfestes zu engagieren.

Seiner Initiative ist es zu verdanken, daß sich 1936 ein Kreis junger Frauen Trittenheims zusammenfand, die sich durch die Trierer Tanzlehrerin G. Schneider in den Volkstanz einführen liessen; diese als 'Weinlieschen' bekannten Tänzerinnen wurden zur Wurzel der heutigen Winzertanzgruppe. Ihr Debüt bot die Tanzriege beim erstmals veranstalteten Winzerfest der Gemeinde Trittenheim dar. An drei Tagen im August des Jahres 1936 (15. bis 17.8.) feierte das Dorf in einem Zelt am Moselufer und kostete dabei gemeinsam mit den auswärtigen Gästen den Lohn der arbeitsreich bestellten Rebhänge. Mit Apollonia Bollig kürte man zugleich die erste Weinkönigin des Ortes.

Die Ausgestaltung des Winzerfestes orientierte sich am Kölner Fest, das man selbst mitgestaltet hatte. Es blieb auch nicht ohne Echo in der regionalen Presse. Unter dem Titel "Das große Winzerfest in Trittenheim" resümierte das nationalsozialistische 'Nationalblatt' am 21. August 1936:

"[...] Welch großer Sympathien sich der 'Trittenheimer' erfreut, das hat am Sonntag die unzählige Menschenmenge bewiesen, die gekommen war, um unser Fest mitzufeiern. Es war ein Volksfest im wahren Sinne des Wortes. Schon der Auftakt am Samstagabend brachte viele Fremden in unser kleines Dorf, die mit klingendem Spiel unserer Winzerkapelle ins Festzelt zogen. [...] Nach Ansprachen der Ehrengäste begann dann der Festkommers. Winzerinnen führten Reigen auf, Gesangverein und Musikverein unterhielten die Gäste mit schönen Liedern und Musikvorträgen. Einige Winzerinnen in ihren malerischen Trachten feierten die einzelnen Weinbergslagen Trittenheims durch schöne Gedichte, deren Berge dann auch plötzlich in märchenhaftem Licht erstrahlten. Diese Beleuchtung der Moselberge war außerordentlich stimmungsvoll, Raketen warfen ihre Feuergarben in das ruhig dahinfließende Wasser der Mosel, Böllerschüsse krachten und fanden ihr Echo im weiten Moseltal und dann hielt der Tanz Gäste und Einwohner noch viele Stunden beisammen. Ein verheißungsvoller Anfang, der für den Sonntag sehr viel versprach. Schon am Vormittag kamen die Gäste von allen Seiten und mit allen möglichen Verkehrsmitteln nach hier und der Zustrom verstärkte sich bis in die Nachmittagsstunden zu Beginn des Festzuges. Dieser war das Ereignis des Tages, denn er übertraf alle Erwartungen. In seinen Reihen sah man 'Griechen', 'Römer', 'Germanen', die alle Freunde des Weines und Weinbaues waren; es folgten Kelterwagen, Halfenschiff, Zechergruppen, Marketenderwagen aus dem Mittelalter. Den Uebergang zur neueren Zeit brachten Gruppen von Weinbergsarbeitern und Arbeiterinnen in ihren typischen Arbeitstrachten beim Binden, Schneiden, Spritzen, Graben und Ernten. Weitere Gruppen zeigten Faßwerkstatt, Kellerbehandlung, Abfüllen der Weine, Verpacken usw. Sogar den spanischen Handelsvertrag [1924] hatte man nicht vergessen, der seinerzeit den Niedergang des deutschen Weinbaues verschuldete. Eine besondere Gruppe stellte sinnvoll die Folgen dieses Vertrages dar. Die nächste Gruppe nahm diesen bedrückenden Eindruck wieder weg, indem sie den Aufstieg des deutschen Weinbaues durch die Maßnahmen der [sic] Dritten Reiches, wie die Patenwein-Aktion u.a. versinnbildlichte. Den Höhepunkt des Zuges bildete der Wagen der Patenschaft Köln mit der Weinkönigin. Besonders bemerkenswert war der Schluß des Zuges, ein Wagen einer rheinischen Schokoladenfabrik. Er zeigte Pralinen, die mit Trittenheims Wein zum ersten Male in der Geschichte der deutschen Pralinenfabrikation auf Anregung des k. Amtsbürgermeisters hergestellt worden waren. [...] Der Zweck des Festes wurde erreicht, unserem Wein wurden weitere Freunde geworben, Gästen und Einwohnern wurden einige Tage Frohsinn und Freude geschenkt."

Das Weinfest stimmte die neugekürte Tanzgruppe ein auf das wenige Wochen später stattfindende "Fest der deutschen Traube" (19. bis 27. September 1936) in Köln-Gürzenich; im Rahmen der Patenschaft mit Köln konnte der Ort in rund 85 Fuder Wein ausliefern.

Der Erfolg dieses Festes ermutigte auch im folgenden Jahr zu erneuten Ausrichtung eines Winzerfestes. Auch 1937 (vom 7. bis 9.8.) folgte man im Ablauf dem vorausgegangenen Fest. Daß dieses zugleich für mehr als ein Jahrzehnt das letzte sein sollte, daran hatte wohl damals niemand gedacht. Zwar plante man auch 1938 für ein weiteres Fest im August, doch der Staat kam der Umsetzung zuvor, da er in seiner Vorbereitung des Krieges in diesem Monat eine große Anzahl Westwallarbeiter in Gasthäusern und Sälen einquartierte. Im folgenden Jahr schließlich stand nicht nur der Zweite Weltkrieg bevor, vielmehr hatte das Winzerfest in der Person des abgesetzten Bürgermeisters, dem man seine freundliche Haltung gegenüber den zurückgebliebenen jüdischen Einwohnern zum Vorwurf gemacht hatte, einen wichtigen Initiator verloren.

Der Neubeginn nach der Währungsreform

Ein wichtiger Meilenstein kommunalen Engagements war der Wiederaufbau der im März 1945 zerstörten Moselbrücke. Feierlich fand im Oktober 1948 die Einweihung statt. Von der "Brückenweihe" als "Fest des Friedens" sprach die "Trierische Volks-Zeitung" am 11. Oktober 1948.

Dort heißt es weiter, dass die Einweihung "zum Weinfest [wurde], dem wiederum der schöne Herbst 1948 nichts als eitel Sonnenschein schenkte. Das Dorf war erfüllt von festlichem Treiben, zu dem sich viele tausend Gäste aus dem Moseltal, von den Höhen der Berge und aus dem benachbarten Trier eingefunden hatten. Fast ging die Feier unter im Gewoge der Menschen, die diesem friedlichen Fest sogar das Gepräge des Massenerlebnisses gaben und sowohl an den offiziellen Veranstaltungen wie auch an dem festtäglichen Jubel nach moselländischer Art und Sitte herzlichen Anteil nahmen. [...] Am Nachmittag [des Sonntags] verwandelte sich der Festort zusehends. Die Spannung des großen Tages lag über den freudig gestimmten Menschen während des fröhlichen Winzerfestzuges. [...]".

Mit der Währungsreform 1948 begann ein gesamtwirtschaftlicher Aufschwung. Langsam sollte sich dieser auch auf die Weinwirtschaft auswirken [s. dazu eine Werbeanzeige aus der Mittelbayerischen Zeitung von 1948]. Marktwirtschaftlich orientierte Produktion und Vermarktung brauchte ein signifikantes Marketing. Das Erzeugnis wollte auch eine Imagepflege und ein Winzerfest schien hierfür das geeignete Moment.

Man scheute sich zunächst, einfach an die Vorkriegsfeste anzuschließen. In den umliegenden Weinbaugemeinden hatte man bald begonnen, Weinfeste zu veranstalten. In Trittenheim war schon bald nach dem Kriege wieder das Pfarrpatrozinium des Hl. Clemens (23. November) gefeiert worden. Doch sein später Termin war sowohl witterungsmäßig ungünstig als terminlich ungeschickt, da häufig der Totensonntag folgte, der seinem Charakter nach ein Fest ausschloss. Die Gemeindevertreter mußten sich nach einer günstigen Alternative umschauen - und wurden auch fündig:

"Nach einem Beschluß der Gemeindevertretung soll die Trittenheimer Kirmes, die bisher am Patronatsfeste des hl. Clemens [...] gefeiert [wurde ...], vorverlegt werden. Man will die Kirmes am Feste des zweiten Trittenheimer Kirchenpatrons 'Laurentius' (1951 am 12. August) feiern. Diese 'Laurentiuskirmes' wird von der gesamten Gemeinde begrüßt. Hier bietet sich so recht die Möglichkeit, den vielen Gästen einen guten Tropfen 'Laurentiusberg' aus Trittenheims bester Weinlage zu kredenzen. [... Man will] die erste Trittenheimer 'Laurentiuskirmes' zu einer Weinkirmes und einem Volksfest werden lassen. Ein Fackelzug der Winzerinnen und Winzer mit einer Moselbeleuchtung vom Fahrfels aus, sollen diese Kirmes am Samstagabend einleiten. An den Kirmestagen sollen aus Weinbrunnen die besten Tropfen aus Trittenheims Weinlagen Fahrfels, Apotheke, Altärchen, Kronenberg, Vogelsang und Laurentiusberg gereicht werden."

So konnte man im Trierischen Volksfreund am 13. Juli 1951 lesen. Die Tradition einer größeren Feier des Laurentius-Tag war seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gepflegt worden, doch so sollte der Patron des Weines auch auf diese Weise nochmals zu Ehren kommen und das Dorf an eine jahrhundertealte Tradition anknüpfen. Die konkrete Gestaltung dieses ersten Weinfestes nach dem Krieg knüpfte an die fünfzehn Jahre zurückliegende Tradition an und das Resultat ermutigte zur Fortsetzung.

Laurentiusweinkirmes - große Messe Trittenheimer Weine

Die Feier der Laurentiusweinkirmes fand seit den 1950er Jahren keinen Abbruch -  bis zum Jahr 2007, als sich keine Organisatoren mehr fanden. In all den Jahren bis dahin hatte es eine zeitgemäße Angleichung des Festes gegeben. Träger dieser Feste waren vor allem die örtlichen Vereine. Trittenheims Weine wurden im Rahmen eines Wochenendes in ansprechendem Ambiente präsentiert, verkostet und gewannen viele Freunde. Auch die Namen des Festes waren unterschiedlich - 'Laurentius-Weinkirmes', 'Laurentius-Weinfest' oder auch 'Große Messe der Trittenheimer Weine'. Das bleibende Element blieb das überzeugende Erzeugnis der Weingärten und -berge: die Apotheke, das Altärchen und zu früheren Zeiten auch der Laurentiusberg, der Falkenberg und andere Weinlagennamen.

Fester Bestandteil war zu allen Festen die Winzertanzgruppe. Sie ging aus der ersten Winzertanzgruppe des Jahres 1936 hervo. In den dreißiger Jahren hatte sie nur wenig Möglichkeit, ihre Aktivitäten zu entfalten. Mit der Brückeneinweihung begann ihre Neubelebung. Es gab verschiedene Generationen der Winzertanzgruppe. Und sie beteiligten sich nicht nur an den heimischen Weinfesten, sondern ihre Auftritte fanden seit Ende der fünfziger Jahre zunehmend Gefallen bei auswärtigen Veranstaltungen.

Seit Ende der sechziger Jahre wurde die Winzertanzgruppe schließlich direkt in die Weinwerbung einbezogen, indem sie bei unterschiedlichen Anlässen mit einem eigenen Weinstand die Weinbaugemeinde Trittenheim präsentierten.

Last but not least ist noch auf ein verhältnismäßig junges, aber wichtiges Traditionselement des Weinfestes hinzuweisen: die Krönung einer Weinkönigin als Repräsentantin der heimischen Reben für die Dauer eines Jahres. Zwar gab es schon 1936 eine Weinkönigin und auch bei der Einweihung der Brücke sowie im Jahre 1953 erschien eine Frau als Vertreterin des Trittenheimer Weines. Doch erst mit dem Jahre 1969 beginnt eine gleichsam ungebrochene "Thronfolge" weinköniglicher Majestäten: die Weinköniginnen.

Nicht allein der Wein prägte in diesen Jahren die Laurentiusweinkirmes, vielmehr wurde sie auch zum Schnittpunkt anderer mehr oder weniger bedeutender Ereignisse:

  • Im Jahre 1955 war sie Zielpunkt einer internationalen Zielfahrt des Deutschen Kanu-Verbandes, an dem 800 Boote teilnahmen.
  • Die Laurentius-Weinkirmes des Jahres 1956 veranlaßte die Trierische Landeszeitung zum Abdruck eines Gedichtes des in Trittenheim geborenen Priesters Bernhard Hermes 'Mein Trittenheim'.
  • Im Jahr 1962 verband die Gemeinde das Laurentius-Weinfest mit der 500-Jahrfeier der Geburt Johannes Trithemius; eine Festveranstaltung zu Ehren des Sponheimer und späteren Würzburger Abtes führte zahlreiche Gäste nach Trittenheim und neben einem Festvortrag bildete die Enthüllung der von Walter Henning geschaffenen Plastik den Höhepunkt der Festtage.

Das Fest fand auch immer wieder einen offiziellen Protektor, beispielsweise

  • der Krefelder Bürgermeister Matura (1972),
  • der britische Königliche Generalkonsul John Thorn Fearnley (1973),
  • Helmut Gestrich, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich (1974)
  • Minister für Wirtschaft und Verkehr, Heinrich Holkenbrink (1975)
  • Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten, Otto Meyer (1976)
  • MdB Peter Rauen (1993)
  • Commodore R. F. Peksen (1990)
  • Major General R. S. Deligatti (1992).

Auf die Weinfeste fielen auch unterschiedliche Jubiläen und Ereignisse, die Anlass zum Feiern gaben:

  • 1975 blickten die Trittenheimer auf eine 25 Jahre bestehende Trittenheimer Weinkirmes zurück
  • 1986 erinnerte man sich des Anfangs vor fünfzig Jahren.
  • Die Winzertanzgruppe hatte schon im Mai 1986 ihren Fünfzigsten gefeiert.
  • Die Eröffnung der neuen Brücke über die Mosel gehörte zum Höhepunkt des Festes 1992
  • Die 1100-Jahrfeier zur Ersterwähnung Trittenheims wurde zwar schon an Pfingsten 1993 gebührend bedacht, doch strahlte dieses freudige Ereignis auch auf die Laurentiuskirmes dieses Jahres aus.
  • 1995 stand das Weinfest schließlich unter dem Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft; in seinem Rahmen wurde ausgezeichnet ein Freundschaftsvertrag zwischen der Air Base und Trittenheim unterzeichnet.

Auch bei den Weinköniginnen gab es überraschende Momente:

  • die Repräsentantin des Jahres 1982/83, Angelika I., (Clüsserath) nahm zugleich das Amt der Gebietsweinkönigin wahr
  • der königlichen Weinhoheit des Jahres 1989/90, Lydia II. (Bollig), sollte es vergönnt sein, den deutschen Wein international als Deutsche Weinkönigin für die Jahre 1991/92 zu repräsentieren, nachdem sie zuvor schon das Gebiet Mosel-Saar-Ruwer vertrat.
  • 1999 wird ein afrikanischer Monarch zum Weinkönig gekürt; der 50-jährige Cephas Bansah - Oberhaupt der 206 000 Angehörigen des Ewe-Volkes in der Volta-Region im Osten Ghanas - repräsentierte ein Jahr lang den Rebensaft

Weinköniginnen und ... ein Weinkönig

Ein wichtiges Traditionselement des Weinfestes war und ist die Krönung einer Weinkönigin. Sie ist auf ein Jahr hin die Repräsentantin des heimischen Weines. Schon 1936 wurde eine Weinkönigin erkoren und auch die Einweihung der Brücke kannte sie ebenso wie das Jahr 1953. Doch erst mit dem Jahre 1969 beginnt die ungebrochene "Thronfolge" weinköniglicher Majestäten: die Weinköniginnen.

1936 Apollonia Bollig

1948 Annemarie Milz

1951 Weinkönigin

1953 Annemarie Scholtes

1969/70 Irmgard I.

1970/71 Charlotte I

1971/72 Paula I. (Bollig)

1972/73 Monika I.

1973/74 Thea I. (Matheus)

1974/75 Thea I. (Matheus)

1975/76 Lydia I. (Clüsserath)

1976/77 Maria I. (Bollig)

1977/78 Ursula I. (Melcher)

1978/79 Petra I. (Hermen)

1979/80 Sabine I. (Hoffmann)

1980/81 Annette I. (Milz)

1981/82 Monika II. (Matheus)

1982/83 Angelika I. (Clüsserath)

1983/84 Christa I. (Schmitt)

1984/85 Gabriele I (Nilles)

1985/86 Ursula II. (Schmitt)

1986/87 Helga I. (Schmitt)

1987/88 Andrea I. (Schmitt)

1988/89 Annette II (Schmitt)

1989/90 Lydia II. (Bollig)

1990/91 Christiane I (Clüsserath)

1991/92 Simone I.

1992/93 Tanja I.

1993/94 Tina I. (Mattes)

1994/95 Sabine II (Maringer) (auf diesem Bild begleitet von den Weinprinzessinen Silke und Nadine)

1995/96 Eva I. (Clüsserath)

1996/97 Kerstin I.

1997/98

1998/99

1999/2000 König Bansah (König von Hohoe Ghana)

2001/01

2001/02   

2002/03 Sabrina I.

2003/04

2004/05 Katrin (Eifel)

2005/06 Katrin (Eifel)

2006/07 Katharina (Hermes) / Susanne Monzel

2007/08 Katharina (Eifel)

2008/09

2009/10 Lisa (Hermes)

2010/11 Lisa (Hermes)

2011/12 Sandra (Bollig)

2012/13 Stephanie (Kirsten)

2013/14 Anna (Hermes)

2014/15 Alina (Scholtes) (Weinprinzessinnen: Kim Eifel und Theresa Milz)

2015/16 Sarah (Kirsten)

2016/17 Sabrina II. (Steffen)

2018 ...

2019/20 Janina (Hauser), Weinprinzessin: Anna Schmitt)

Lydia Bollig Deutsche Weinkönigin 1991/92

Das große Zittern...

... es hat sich gelohnt. In Neustadt an der Weinstraße wurde die Trittenheimerin Lydia Bollig unter großem Jubel ihrer Anhänger zur Deutschen Weinkönigin gekrönt.

Stationen ihrer Amtszeit:

  • Ortsweinkönigin 1989/90
  • Gebietsweinkönigin 1990/91
  • Deutsche Weinkönigin 1991/92